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Modellbericht

In den letzten Jahren ist die Anzahl an interessanten Modellen zunehmend größer geworden. Die Auswahl für die heimische Sammlung ist für uns Sammler daher nicht einfacher geworden. Deswegen werden wir an dieser Stelle in lockerer Reihenfolge Modellberichte bzw. Modellbesprechungen präsentieren.

„BISON“ – ein LKW-Modell-Schlepper bring Action in die Sammlervitrine:

EMPL BISON EH/W 200 von CONRAD Modelle

Von Stephan Bergerhoff*

Neuheiten, noch dazu unangekündigte, sind bekanntlich so etwas wie das Salz im Süppchen der Modellsammler. Eine solche Neuheit war im vergangenen Jahr auch das schwere Berge- und Abschleppfahrzeug nach österreichischem EMPL-Vorbild, welches erstmals anläßlich der MAN-Abschlepptage erschienen ist. Nun sagt man mir ein ausgeprägtes Interesse an der Hebe-, Schlepp und Bergetechnik im Allgemeinen nach, und an schweren Bergefahrzeugen im Besonderen. Aber zu meiner Schande muß ich eingestehen, daß mir das neue Modell zunächst gar nicht aufgefallen war, weil ich es nach flüchtigem Blick für das schon länger bekannte BRECHTEL-Modell gehalten hatte. Inzwischen konnte ich mir das neue Modell ein bisschen genauer ansehen und habe doch sehr gestaunt über den erreichten Grad der Detailierung, und mehr noch, was man damit alles darstellen kann …

Das Vorbild:
„Bison“ Typ 4. EH/W steht für EMPL Hydraulik/ Wrecker, 200 bezieht sich auf die Hubkraft des Unterfahrliftes, die bei rund 20 t liegt. Die Typenangabe bezieht sich auf die gestufte Ausführung der seitlichen Staukästen. Ein besonderes Ausstattungsmerkmal ist der sehr flach gehaltene, zweifache Ausschubarm des Unterfahrliftes. Damit können LKW und Bussen mit geringer Bodenfreiheit einfacher per Hubgabeln oder per Busbrille aufgenommen und abgeschleppt werden. Angeboten wird der „BISON“ auf allen verfügbaren und geeigneten LKW-Fahrgestellen mit mindestens drei Achsen. In aller Regel wird jedoch auf vierachsige Chassis aufgebaut. Zudem werden Varianten mit schwerem Ladekran hinter der Fahrerkabine realisiert. Darüber hinaus bietet EMPL weitere Bauformen von Abschlepp- und Bergefahrzeugen aller Art für sehr unterschiedliche Anwendungsbereiche an, welche häufig auch bei Betreibern außerhalb Europas zum Einsatz kommen.

Das Modell:
War „der BRECHTEL“ schon ein außergewöhnlich gut gelungenes Modell mit einem voll beweglichen Unterfahrlift samt Hubbrille, so ist der EMPL „BISON“ noch einmal eine erhebliche Steigerung des im Modell machbaren. Detailierung und Design haben bei CONRAD einen erstaunlich hohen Grad erreicht. Das Modell bereite schon beim Auspacken Freude - und beim Entdecken der technischen Details noch viel mehr …!

Geballte Kraft auf vier Achsen: CONRAD’s zweite Ausgabe des EMPL „BISON“ hat einen MAN TGS 41.540 eines Münchener Abschleppdienstes zum Vorbild.

Kraftentfaltung: der voll bewegliche Unterfahrlift ist zusätzlich mit einem Telekop-Bergearm ausgestattet, zwar nur in Kunststoff, aber dennoch recht stabil. Darüber hinaus zählen zwei Seilwinden zur Bergeausrüstung. Die Seile werden über drehbar gelagerte Propellerollen mit Metall-Seillaufrollen geführt. Am Ende der Seile ist je ein Haken per Quetschverbindung befestigt. Diese Verbindung ist denn auch der einzige gravierende Minuspunkt am Modell, weil die Quetschung manchmal nicht richtig sitzt. Sollte sich einer der Haken tatsächlich einmal vom Seil lösen, so kann man mit etwas Glück und Geschick das erneut eingelegte Seil mit einer Flachzange noch einmal nach quetschen.

Ein weiteres, sehr gut gelungenes Detail sind die voll beweglichen Bergestützen mit schwenkbar gelagerten Asphaltplatten. Damit kommen die Stützen auf befestigten Verkehrsflächen zum Einsatz, etwa auf der Autobahn. Umgeklappt wirken die Platten wie Spaten, mit denen das Fahrzeug auf unbefestigtem Untergrund „festgekrallt“ wird. So kann verhindert werden, daß das Fahrzeug bei Einsatz der Seilwinden mit gezogen wird. Welche immensen Kräfte hier übertragen werden zeigt sich beim Vorbild immer dann, wenn auf befestigter Fläche versehentlich auf dem Spaten abgestützt wurde – es entstehen tiefe Kerben im Asphalt …

Und es gibt noch mehr willkommene Details zu entdecken, nämlich einen ausfahrbaren Lichtmasten und eine Anhängerkupplung an einer beweglich gelagerten Quertraverse. Mehr dazu im weiteren Verlauf dieser Modellbesprechung …

Abgerundet wird die Ausrüstung des Unterfahrliftes durch eine sogenannte Busbrille. Damit können vor allem tief liegende Nutzfahrzeuge wie Busse oder Volumen-LKW an den Rädern aufgenommen werden, zumeist an den vorderen. Allerdings vergrößern sich mit der Brille die Ausladung am Lift, aber auch die Belastungen am Drehgelenk des Querjoches. Die Alternative zur Brille sind daher verschiedene Klammern, mit denen abzuschleppende Fahrzeuge an ihren Achsen oder am Fahrgestellrahmen aufgenommen werden.

Die beiden Brillenhälften können analog zum Vorbild unter den Staukästen gelagert werden.

Beim Gebrauch der Busbrille ist auf ausreichende Bewegungsfreiheit des Havaristen zu achten. Das Befahren von Kurven, Kuppen oder Senken muß dabei ebenso berücksichtig werden, wie die nun auch größere Fahrzeughöhe des angehobenen Havaristen. Üblicherweise werden kaum noch komplette Sattelzüge abgeschleppt. Falls doch, so muß auch hier auf genügend Freiraum zwischen Zugmaschine und Auflieger geachtet werden, damit sich die beiden Fahrzeugteile nicht ungewollt berühren.

Wer seine Abschleppkombination noch etwas weiter Detailiren möchte, der stellt eine Druckluft-Schlauchverbindung zwischen dem Abschleppfahrzeug und dem Havaristen bzw. dessen Auflieger her. Diese Verbindung wird in der Regel vom Heck des Schleppfahrzeuges über einen der Außenspiegel des Havaristen zu den Luftanschlüßen des Aufliegers geführt. Damit kann er dann weiterhin vom Zugfahrzeug aus gebremst werden.

Um einen LKW abzuschleppen, muß dessen Antriebsstrang getrennt werden. Dazu wird in aller Regel die Kardanwelle ausgebaut. Andernfalls würde die Antriebsachse des Havaristen über die Welle das Getriebe bewegen. Das Getriebe aber wird über die Motorschmierung mit Öldruck versorgt, doch bei Havaristen läuft nur selten noch der Motor. Man macht es sich dann gerne etwas einfacher und packt das Fahrzeug hinten an der Antriebsachse an. Das Lenkrad in der Kabine wird mit Zurrgurten festgesetzt. Jetzt noch ein Beleuchtungsriegel mit Blinker- und Bremslichtern an der Fahrzeugfront befestigt, und schon kann es losgehen…

Die großen Hersteller wie etwa MERCEDES oder MAN haben sogenannte Abschleppleitfäden verfasst, in denen die verschiedensten Pannensituation beschrieben werden, sowie allerlei Hinweise und Problemlösungen. Auch für das Abschleppen von vierachsigen LKW werden genaue Vorgaben gemacht. Die zweite Vorderachse trägt last, und die soll sie auch beim Abschleppen weiterhin übernehmen. Andernfalls würde das Schleppfahrzeug massiv überlastet werden und im ungünstigsten Fall drohen gar schwere Schäden am Havaristen selbst. Gelöst wird diese Situation recht einfach durch die Demontage der vorderen Räder, so daß die zweite Achse weiterhin Last tragen kann. Bei Kurvenfahrt folgt sie wie eine Nachlaufachse dem Zugfahrzeug.

Für den Bergearm ergeben sich verschieden Einsatzmöglichkeiten, beispielsweise um eine Zugmaschine zu verladen. Notwendig werden kann das bei LKW, die über sehr lange Strecken transportiert werden sollen und dazu auf ein anderes Transportfahrzeug verladen werden, oder aber wenn sie etwa nach einem Unfall nicht mehr schleppfähig sind.

 

 

Der Kunststoffarm am Modell zeigt hierbei schon deutliche Verformung, doch das schwere Modell steht sehr standfest. Die Winde wird mit einem kleinen, aus einem Streichholz geschnitzten Keil gesichert. Eine Alternative könnte hier auch Fotokleber aus der Tube bieten, welcher sich auch nach langer Zeit noch völlig Rückstandsfrei wieder entfernen lässt.

Umgestürzte Sattelkipper neigen dazu sich zu „öffnen“, das heißt, daß sich die Kippmulde im Bereich der Kipperhydraulik aus der Verriegelung zum Chassis löst. Bevor der Auflieger wieder auf die Räder gestellt wird, muß diese Verbindung wieder hergestellt werden, denn sonst drohen erhebliche Schäden durch Verwindung während des Aufrichtens. Alleine durch das Umkippen sind die Unfallschäden häufig noch sehr viel geringer, als man sich das eigentlich vorstellen würde. Mit Berge- und Auschubarm, sowie zwei Winden bekommt Bergungsspezialisten eine solche Situation recht schnell in den Griff. Und was auf der Autobahn gut funktioniert, das läßt sich auch im Modell umsetzen…

Mit Hilfe zweier Seilwinden kann der Auflieger wieder zurück auf seine Räder gestellt werden. Die Anschlagpunkte liegen im stabilen Bereich der Verbindung der Achsen mit dem Fahrgestellrahmen, jedoch nicht an den Achsen selbst, oder am Aufbau. Die Kippmulde wurde zuvor völlig entleert. Wer ihn zu Verfügung hat, der verhindert mit Hilfe eines Kranes, oder mit Luftkissen den ansonsten ungebremsten Sturz auf die Räder, wenn der kritische Punkt beim Aufrichtvorgang überwunden ist. Anschließend kann der Auflieger mit dem Unterfahrlift abgeschleppt werden. Zur Ausrüstung zählen für diesen Zweck Königszapfenadapter oder richtige Sattelkupplungen.

 

 

EMPL EH/W 200 „BISON“ – ein tolles Modell, mit dem die Sammler und Modellbauer eine ganze Menge Action in ihre Vitrinen bringen können!

*Stephan Bergerhoff

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