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Modellbericht

In den letzten Jahren ist die Anzahl an interessanten Modellen zunehmend größer geworden. Die Auswahl für die heimische Sammlung ist für uns Sammler daher nicht einfacher geworden. Deswegen werden wir an dieser Stelle in lockerer Reihenfolge Modellberichte bzw. Modellbesprechungen präsentieren.

Straßenmobile Baukrane „Mobilbaukrane“

Von Stephan Bergerhoff*

Bild1Innovative Technik braucht bekanntlich ihre Zeit, um sich erfolgreich durch zusetzen. Für den modernen Mobilbaukran waren beinahe 20 Jahre nötig, um einen festen Platz im Angebot der Fahrzeugkrane einnehmen zu können. Dass diese feste Position tatsächlich erreicht wurde, belegen eindrucksvoll gleich zwei 1/50-Maßstabsmodelle, welche anlässlich der jüngsten BAUMA 2007 dem interessierten Publikum und Modellfreund präsentiert wurden. Doch die eigentliche Idee, einen klassischen Baukran auf ein LKW-Fahrgestell zu setzen ist beinahe schon so alt, wie die faltbaren Baukrane selbst...

Bereits die ersten, kurz nach dem zweiten Weltkrieg entwickelten Faltkrane, alle samt noch sehr viel kleiner als heutzutage übliche Krane für den Hausbau, wurden in geringen Stückzahlen immer mal wieder direkt auf ein LKW-Chassis montiert. Dennoch blieb deren Auf- und Abbau, und oft genug auch die Fahrt zur nächsten Baustelle eine aufwändige Angelegenheit, einfach weil sehr viele Handgriffe zu tun waren. In den folgenden Jahrzehnten entwickelten verschieden Kranhersteller beinahe regelmäßig faltbare Wipp- und Katzauslegerkrane speziell für die Montage auf handelsüblichen LKW-Fahrgestellen. Allen diesen Geräten waren eher eingeschränkte Leistungsmerkmale wie geringere Tragkraft, Ausladung und Hubhöhe gemein, bedingt durch die beim LKW-Aufbau einzuhaltenden Abmaße und Gesamtgewichte. In Skandinavien waren diese Begrenzungen etwas weiter gesteckt, weshalb man hier schon in den 1970er Jahren größere und schwerere Serien-Faltkrane auf konventionelle Autokranunterwagen montierte. In den 1980er Jahren kam etwas mehr Bewegung in die Entwicklung, als man über entsprechend umgebaute und dennoch tragfähige LKW-Chassis verfügen konnte. HYDROKRAN in Dänemark und MUNSTERS in Holland fertigten fortan serienmäßige Mobilbaukrane mit Komponenten aus eigener Herstellung, aber auch solchen von TATRA, KROLL, PEINER oder auch LIEBHERR.

1987 dann begann Leo Spierings mit der Produktion völlig neu entwickelter Krane und darauf abgestimmter Fahrzeugunterwagen. Viele Jahre später wurde sein engagierter Einsatz für das äußerst praktische Kransystem vom einem der Pioniere des Faltkranbaus sozusagen geadelt, nämlich mit den MK 80 von LIEBHERR. Spätestens seit diesem Zeitpunkt ist der moderne Mobilbaukran eine feste Größe im Angebot der Fahrzeugkranbauer. Und die Auswahl wird ständig erweitert! SPIERINGS bietet inzwischen fünf verschiedene Krane auf Unterwagen mit bis zu sieben Achsen und eine Raupen-Version an. Bei LIEBHERR gibt es inzwischen schon drei Typen im Angebot. Darüber hinaus sind solche Krane auch auf ARCOMET- oder POTAIN-Basis bekannt.

Moderne Krane, die auch als Modellminiatur aufgelegt werden, sind in aller Regel Verkaufsschlager oder technisch besonders interessant. Für die Vorbilder der beiden Modelle des SPIERINGS SK 599-AT 5 und den LIEBHERR MK 100, der eigentlich ein MK 110 ist, sind sicherlich beide Merkmale uneingeschränkt zutreffend. Allerdings unterscheiden sich beide Modelle auch genauso markant voneinander, wie ihre Vorbilder!

Die Nähe der beiden Vorbilder zueinander legt einen Vergleich der Modelle miteinander nahe.

SpieringsDer SPIERINGS SK 599-AT 5 rollt auf 5 Achsen daher, hebt maximal 9 t und bei 50 m Ausladung noch 1,9 t. Die Hakenhöhe beträgt knapp 33 m, am steil gestellten Ausleger sogar 56 m.

Auch der LIEBHERR MK 100/110 ist auf einem 5-achsigen Unterwagen aufgebaut, hebt maximal 8 t und bei 52 m Ausladung noch 1,8 t. Die Hakenhöhe erreicht auch hier 33 m, aber schon 68 m am noch etwas steiler stehenden Ausleger. Als „110er“ verfügt der Kran über einen 4 t schweren Zusatzballast, der auch am Modell abnehmbar nachgebildet ist.

Während der SPIERINGS eindeutig das detailreichere Modell ist, scheint der LIEBHERR zumindest im zusammengefalteten Fahrzustand optisch etwas besser getroffen zu sein. Sind beide Kranmodell erst einmal aufgebaut, geben sie jedoch völlig authentisch und unverwechselbar ihre jeweiligen Vorbilder wieder. Möglicherweise ist die schon auf den ersten Blick etwas eigenartige Optik des zusammen gefalteten SPIERINGS eben gerade ein Resultat der Detailflut an diesem nahezu komplett aus Metall gefertigten Modell. Denn die sich vorbildlich in einander schiebenden Abspannstangen, die übrigens auch recht leicht verbogen werden können, nehmen trotzdem noch ein Menge Raum ein. Da kann es für den abgelegten Turm und dem zusammen gefalteten Ausleger schon etwas eng werden. Für den LIEBHERR ergibt sich dieses Problem erst gar nicht, weil er über eine Seilabspannung verfügt. Diese ermöglicht übrigens auch das vorbildliche entfalten oder zusammenklappen des Auslegers.

Ein weiterer Kritikpunkt am SPIERINGS-Modell ergibt sich aus der Verwendung geringfügig zu groß geratener Reifen. Zwar wird das Vorbild als All-Terrain-Kran klassifiziert, doch es rollt tatsächlich auf kleineren Reifen, als den sonst für AT-Krane üblichen. Folglich steht das Modell auffallend hochbeinig da, und dieser Eindruck wird durch eine funktionsfähige Federung des Fahrwerkes deutlich verstärkt. Handwerklich betrachtet ist das ein beeindruckend präzise umgesetztes Detail, aber gerade hier wäre weniger vielleicht doch mehr gewesen. Ebenso hätte man vielleicht auch auf zu öffnende Türen an Unterwagenkabine und Oberwagen-Motorengehäuse, sowie auf die Verstellbarkeit der Laufkatze per Seilwinde bei einem so genannten Standmodell verzichten können. Wie gesagt, das sind schon wirklich tolle Details, aber es scheint fast, als seien die holländischen Konstrukteure bei WSI hier ein bisschen übers Ziel hinaus geschossen. Nicht alles, was machbar ist, sieht eben hinterher auch gut aus...

LiebherrGanz anders präsentiert sich das LIEBHERR-Modell. Schon auf den ersten Blick ist die typische Handschrift von CONRAD erkennbar. Damit ist auch klar, dass in dieses Modell reichhaltige Erfahrungen in der Konstruktion von Kranminiaturen eingeflossen sind, wie sie sich der holländische Mitbewerber erst noch aneignen muß. Klasse gelöst ist der Faltmechanismus des Auslegers, der bis auf die aus zuschiebende Spitze komplett aus Metall gefertigt wurde. Dafür aber kann der Turm leider nicht vorbildgerecht mit einer Seilwinde aufgestellt werden, obwohl die dazu notwendigen Seillaufrollen vollzählig nachgebildet sind. Es liegt schlicht an der komplett miteinander vertauschten Position der drei Winden im Oberwagen, die eine Funktion dieses Details völlig aushebeln. Warum dieser Fehler genau so umgesetzt wurde, wird vermutlich ein Geheimnis bleiben. Nachvollziehbar scheint er jedenfalls nicht zu sein. Auf ein aufgebautes oder zusammen gefaltetes Modell wirkt es sich allerdings auch nicht weiter aus.

Apropos auf- und abbauen: Für den Umgang mit den Mobilkranmodellen empfiehlt sich ein gewisses Geschick, um Schäden am Modell und den eigenen Nerven zu vermeiden. Bei beiden Modellen ist peinlichst genau auf sich verkantende Auslegerabspannungen zu achten. Hier kann man schnell etwas verbiegen oder gar abbrechen. Beim SPIERINGS kommen noch zwei selbsttätig verriegelnde Verbindungen dazu, welche hervorragend funktionieren, zumindest am Ausleger aber nur sehr schwer wieder zu entriegeln sind. Außerdem sollte man bei diesem Modell immer auf etwas straffer gespannte Seile achten, um Huddelei auf den Winden zu vermeiden. Alternativ könnten auch alle Seile am SPEIRINGS gegen dünnere ausgetauscht werden. Geeignetes Material findet sich zum Beispiel auch im Zubehörprogramm von MSW.

Fazit:

Beide Modelle geben die technische Faszination ihrer hochmodernen Vorbilder zu 100 % wieder! In den Punkten Wandlungsfähigkeit und Funktion erreichen beide ein Niveau, wie zuvor nur wenige andere Serienmodelle. Auch wenn es Abstriche im Detail, oder gerade wegen bestimmter Details geben mag, so sind die Modelle zweifellos eine Bereicherung für jeden an Krantechnik interessierten Modellfreund. Wer es etwas solider mag, wird am MK 100/110 von CONRAD seine große Freude haben. Wer etwas neues ausprobieren möchte, wird mit SK 599-AT 5 seinen Spaß haben. Und wer vom Konzept des Mobilbaukranes so überzeugt ist, wie immer mehr Betreiber und Nutzer der großen Originale im In- und Ausland, der wird wohl um beide Modelle früher oder später nicht mehr herum kommen...

Gut verpackt mit viel Styropor überstehen die Modelle sehr gut jeden Transport, auch um die halbe Welt herum...

 

Der SPIERINGS SK 599-AT 5 mit sämtlichen Zubehör. Neben vier vorbildlich gestalteten Rundumleuchten zählen dazu auch vier Abstützplatten und zwei schwarze Sicherungshaken. Mit dem größeren wird am zusammen gefalteten Modell der Personenfahrkorb an der Leiter unter der Krankabine gesichert. Mit dem kleineren wird die Steilstellung des Auslegers beim aufgebauten Modell realisiert.

Auch unter dem SPIERINGS finden sich zahllose Details des Vorbildes. Die mittlere Achse bleibt entsprechend des Vorbildes starr.

Neben den Türen der Unterwagenkabine lässt sich auch das Motorengehäuse am Oberwagen öffnen.

Voll gefedert! Alle Achsen am SPIERINGS sind funktionsfähig gefedert. Allerdings unterstützt dieses Detail die etwas hochbeinige Optik des Modells. Außerdem sind die Räder des Modells eine Spur zu groß.

Von vorne und von hinten eindeutig Mobilbaukran. Das typische Zubehör in Form eines Betonkübels und einer Palettengabel gibt es unter anderem auch im Zubehörprogramm von MSW.

 

 

Das Zubehör des LIEBHERR beschränkt sich auf einige Steckverbindungen und zusätzliche leiterförmige Schienen für die stufenlos höhenverstellbare Krankabine.

Der Turm des LIEBHERR wipp erst einmal horizontal auf, bevor er senkrecht gestellt wird. Hier sind die Seillaufrollen gut zu erkennen, die aber leider nicht mit einem Seil belegt sind.

Der Grund dafür findet sich beim Blick auf den Oberwagen. Hier sind die Seilwinden miteinander vertauscht. Die einzelne Winde gehört, dann mit zwei Seilen belegt, ans Heck (links), die beiden Einzelwinden nach vorne (rechts). Mit einem überschaubaren Aufwand und einem Stück Messing läst sich das Problem lösen…

Ausklappen des Auslegers.

 

 

Der MK 110 zugbreit mit steil gestellten Ausleger.

Auch am SPIERINGS-Modell muß der Turm von Hand aufgestellt werden. Im Original wird das per hydraulischen Zylinder bewerkstelligt.

Der Oberwagen glänzt mit zahlreichen Details. Auch der schwenkbare Ballastklotz funktioniert vorbildgerecht. Allerdings benötigt das Modell für einen sicheren Stand ein zusätzliches Gegengewicht, welches wiederum nicht dem Vorbild entspricht.

 

Bevor der Turm vollständig ausgezogen wird, müssen die Drücklenker an der Turmspitze ausgeklappt werden.

Sehr schön gelöst ist die selbsttätige Verriegelung am Ausleger. Allerdings ist sie auch eher schwierig wieder zu entriegeln. Hier droht Bruchgefahr. Auch auf die richtige Lage der Seile ist zu achten, damit sie nicht eingeklemmt werden.

Nachdem unten verriegelt ist, wird oben gelöst. Beim zusammenfalten ist auf die richtige Position des Kunststoffteiles zu achten.

Bis hier hin lässt sich der SPIERINGS vorbildgerecht aufbauen. Für eine weitere vorbildliche Entfaltung bräuchte es noch eine zusätzliche Seilwinde am Ausleger.

Der zugbereite SPIERINGS.

Die Auslegersteilstellung in Funktion.

 

* Autor: Stephan Bergerhoff.

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